DAX und Finanzmarkt
Heute einmal etwas zu einem anderen Thema. In Traders-TV bin ich ja ständig vertreten. Ich empfehle Ihnen wirklich, diese Sendungen ausser den FX-Beiträgen hier auf dieser Seite anzuschauen.
Nachfolgend ein Auszug aus einer Sendung vor 2 Wochen. Da hatte ich dieses Bild kommentiert. Der Dax sollte schnell und deutlich fallen. Weiter nach dem Bild...
Der Grund war erstmals ein Schlusskurs unter der Unterstützung im Wochenchart. Das folgende Bild ist nur ein Update - ohne Kommentar.
Ich möchte Ihnen jedoch ein Gastkommentar zum Thema Finanzmarkt mit einer neutronalen Prognose vorstellen, die Sie sich unbedingt zu Gemüte führen sollen. Diese finden Sie nachfolgend. Ebenso verweise ich auf den ersten Teil der Serie “Moneymanagement für Beginner”, die nun online ist.
Gastkommentar von Peter Harder www.daxa.chart.de zum Finanzmarkt:
Liebe Börsenfreunde,
es brennt überall, lichterloh, weltweit, dass hat inzwischen wohl jeder mitbekommen, Sondersendungen gibt es auf allen Programmen ja genug. Ich will deshalb auch nicht näher auf bereits von allen Seiten beleuchtete Details eingehen, sondern hier möglichst knapp das für Sie wichtige zusammenfassen.
1.) Neue Brandstelle: Geldmarktfonds
Wer Geldmarktfonds hat und in dieser Woche noch nicht deren Kurse kontrolliert hat, der sollte das mal tun. Die Geldmarktfonds streuen den Einsatz über hunderte von Banken und fast immer, wenn irgendwo was Pleite geht, ist man ein klein wenig mit dabei: bei Lehman, in Island, teilweise auch bei ABS-Papieren usw. Es sind von den in Deutschland zugelassenen Geldmarkt-fonds auf Jahresbasis jetzt schon über 20% aller Fonds im Minus, ein bis vor kurzem undenkbarer Umstand.
Der "UniMoneyMarket: Euro", ein beliebter Geldmarktfonds der Volks- und Raiffeisenbanken mit mehr als 3 Mrd. Fondsvolumen, hat gar 2,5% innerhalb von nur 4 Wochen an Wert verloren - in früheren Zeiten lief der ausschließlich schnurgerade immer leicht nach oben. So wird bereits berichtet, das Geldmarktfondsanleger Ihr Geld massiv in Tagesgeld umschichten. Für den einzelnen eine rationale Entscheidung, für das Bankensystem hingegen ist der großvolumige Abzug dieser Mittel einezusätzliche Belastung.
2.) Anpassung der Gewinnschätzungen:
In dieser Woche werden wieder diverse Gewinnschätzungen angepasst, alle nach unten übrigens, teilweise drastisch nach unten. Allerdings kommen wir derzeit mit dem Anpassen der Gewinnschätzungen nicht nach, es kommen einfach zu schnell neue Hiobsbotschaften rein, teilweise müssten bei ganzen Branchen der Gewinn pauschal drastisch reduziert werden, auch wenn von den einzelnen Firmen selber noch gar keine neuen News auf den Tisch liegen. Nach dem Einlesen der stark gefallenen Kurse heute Abend wiesen etliche Firmen ein KGV von unter 4 auf, teilweise sogar unter 3. Das ist natürlich nicht realistisch und bei etlichen Firmen habe ich dann noch nachgeforscht, was dahinter steckt und die Werte dann nach bestem Wissen und Gewissen korrigiert, was aber gerade in dieser turbulenten Zeit sehr schwierig ist, zumal das Management vieler Firmen von der Informationspolitik her plötzlich auf Tauchstation gegangen ist oder sich übertrieben optimistisch äußert.
Viele derzeit günstige KGV's sind dann nach dem nächsten Zwischenbericht plötzlich doch nicht mehr so günstig, aber es sind natürlich auch einige Schnäppchen dabei, die auch sehr schnell wieder hochschießen können, aber um die raus- zusortieren Bedarf es für den Investor etliches an Erfahrung.
3.) Wie geht es weiter?
Vor zwei Wochen, als der DAX bei 6083 Zähler stand, hatten wir hier getippt, dass er unserer Meinung nach am Jahresende bei 5500 Zählern stehen könnte. Diese Prognose ist jetzt natürlich überholt, Schwamm drüber. Einen neuen Tipp geben wir jetzt nicht mehr ab. Ich weiß nicht, was an diesem Wochenende wieder für Hiobsbotschaften über uns hereinbrechen werden, aber eigentlich ist nach dem Ausverkauf eine Gegenreaktion nach Oben überfällig, falls sich die Gemüter über Wochenende etwas beruhigen können.
Mittelfristig rechnen wir damit, dass wir die Tiefs von 2002/2003 (Beginn des Irak-Krieges) wiedersehen. Beim Dow Jones und S&P 500 ist das aber gar nicht mehr weit, nur etwa 10%, beim Euro Stoxx 50 sind es noch etwa 20%. Beim DAX ist der Weg dahin deutlich länger, was aber auch daran liegt, dass der DAX ein Performance-Index ist, der die Dividendenausschüttungen mit einrechnet.
Der Gesamtmarkt wird unserer Meinung nach erst 2009 seine Tiefs erreichen, damit sind wir weiterhin pessimistischer als die Prognosen des neuronalen Netzes.
Bei den Einzelwerten gibt es schon erste Schnäppchen, aber auch viele faule Eier, die sich dann erst im weiteren Verlauf der Krise als Faul herausstellen werden.
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